Architekturpreise
Propsteikirche St. Trinitatis
Propsteikirche St. Trinitatis
Propsteikirche St. Trinitatis
Titel:Propsteikirche St. Trinitatis
Ort:Leipzig
Architekt:Schulz und Schulz, Leipzig
Bauherr:Katholische Propsteipfarrei St. Trinitatis, Leipzig

 

Architektur-Preis des BDA Sachsen 2016

Preisträger

Der Neubau besticht durch seine starke städtebauliche Setzung an dieser Stelle gegenüber vom Neuen Rathaus. Das Verhältnis von öffentlichem und bergendem halböffentlichen Raum, die Pfarrhofsituation als breite Passage in Bezug zu den Straßen in unterschiedlicher Höhenlage, ist überzeugend gelöst. Weite Teile des Zugangs werden zudem durch eine Auskragung des Kirchenraums bestimmt. Die Gestaltung des Außenraumes, zu der ein Brunnen als „Wasservorhang“ gehört, trägt wesentlich zur Atmosphäre des Ortes bei. Die städtebauliche Einpassung ist auch funktional schlüssig konzipiert. Die traditionellen Elemente des Kirchenbaus, der Kirchenraum, der Turm und das Gemeindezentrum, sind in einem großen Dreieck an dem stark befahrenen Martin-Luther-Ring sinnfällig zueinander platziert. Der Turm ist in der Stadtsilhouette sehr präsent.

Der gesamte Gebäudekomplex zeigt sich mit dem rötlichen Naturstein Rochlitzer Porphyr in einer sehr den Ort prägenden Materialität. Durch die reliefartige Struktur bekommen die Fassaden eine angenehme „Griffigkeit“ und Lebendigkeit.

 

Im Kirchenraum ist die Tageslichtführung sehr gelungen. Die leichte Neigung des Bodens zum Altar hin ist als subtiles entwurfliches Element reizvoll. Hervorzuheben ist die liturgische Vielfalt, die durch die Konzeption des Raums möglich ist. In allen Bereichen des Neubaus hebt sich die größte Sorgfalt bei den Details, besonders bei den Fassaden- und Holzeinbauten, hervor. Die dezente und doch mutige Ornamentik im Kirchenraum von Jorge Pardo überzeugt und liefert zusammen mit dem 22 Meter langen Kirchenfenster mit aufgebrachter Schrift von Falk Haberkorn ein gelungenes Beispiel für Kunst am Bau.

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