Architekturpreise
Neubau Amtsgericht Dresden
Neubau Amtsgericht Dresden
Neubau Amtsgericht Dresden
Titel:Neubau Amtsgericht Dresden
Ort:Dresden
Architekten:Pussert Kosch Architekten
Bauherr:Freistaat Sachsen, vetreten durch Staatsbetrieb SIB, Niederlassung Dresden I

 

Architektur-Preis des BDA Sachsen 2013

Preisträger

Im Stadtraum vervollständigt das neue Amtsgericht den Block zwischen Roßbach- und Ziegelstraße. Das neue Haus wird damit zum natürlichen Pendant des Roßbach-Baus aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Dialog der beiden Bauwerke aus so unterschiedlichen Zeiten erzählt hier auch die Geschichte eines gewandelten Selbstverständnis’ der Justiz in einer demokratischen Gesellschaft.
Große Öffnungen in den beiden unteren Geschossen und das gleichmäßige Raster der schmalen, hochrechteckigen Fenster in den fünf Obergeschossen werden durch einen Rhythmus feiner Ziegelgesimse gefaßt. Diese Gliederung ist zunächst ganz einfach Ausdruck der unterschiedlichen Räume im Haus, der großen Verhandlungssäle in den beiden unteren Geschossen und der kleinteiligen Büroräume darüber.
Zusammen mit den kraftvollen, geschlossenen Gebäudeecken genügt diese scheinbar so einfache Anordnung, um dem Neubau eine Präsenz zu verleihen, die es gerade dank ihrer Klarheit durchaus mit dem Nachbarn aufnehmen kann. Dies gelingt nicht zuletzt auch, weil die wenigen, formal reduzierten Details, die gemauerten Laibungen oder die Ziegelstürze etwa, in einer handwerklichen Qualität ausgeführt wurden, die dem Anspruch des Ortes und der Aufgabe gerecht wird.
Allein ein Rücksprung um etwa 1,5 m in drei Achsen an der nordwestlichen Gebäudeecke genügt, um den Eingang an der Roßbachstraße zu bezeichnen. Die Situation steht in ihrer zurückgenommen Präzision exemplarisch für die Sorgfalt mit der auch im Gebäudeinneren die Erschließungen als Räume gestaltet wurden.
Im neuen Amtsgericht in Dresden kommt eine Haltung der Verantwortung für Stadt und Gesellschaft zum Ausdruck, die dem Bauen in unserer Zeit seine Glaubwürdigkeit zurückgeben kann

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