Initiative Leipziger Architekten fordert ein Umdenken am Leuschnerplatz

26.11.2015

Vor der Abstimmung über neue Leitlinien für den Wilhelm-Leuschner-Platz im Stadtrat am 16. Dezember 2015 fordert die Initiative Leipziger Architekten eine qualifizierte Weiterentwicklung des überholten, von der Verwaltung jedoch weiterhin favorisierten Bebauungsplanentwurfs und stellt eine eigene Beispielplanung für das Areal vor.

Im Gegensatz zu dem 2010 entstandenen Entwurf für den Bebauungsplan 392, der mit Blick auf das seinerzeit geplante Freiheitsdenkmal eine konturlose und überdimensionierte Platzfläche vorsieht, schlägt die Initiative Leipziger Architekten ein lebendiges Stadtviertel (City Süd) als Bindeglied zwischen Innenstadt und Südvorstadt vor.

Anstelle von drei Blöcken sollen sich vier eigenständige Quartiere – von denen eines die neue Markthalle aufnimmt – um einen Binnenplatz gruppieren und abwechslungsreiche Straßen- und Platzräume schaffen. Das Konzept der Initiative sieht gleichzeitig vor, den Wilhelm-Leuschner-Platz / Platz der friedlichen Revolution in der Kontur des alten Königsplatzes herzustellen und mit der axialen Freistellung der Stadtbibliothek als Leitbau den Platz veranstaltungsfreundlich neu zu gestalten.

Wir sehen uns auch angesichts der städtebaulichen Fehler beim Wiederaufbau in vielen deutschen Städten bei der Bebauung der Kriegsbrache in der Pflicht, den ererbten Stadtraum zu achten. Leipzig hat jetzt die einmalige Gelegenheit, ein innerstädtisches Viertel komplett zu gestalten und zugleich einen der markantesten Plätze am Promenadenring wieder zu gewinnen. Diese Chance sollten wir nicht vertun!

Abgesehen von klaren städtebaulichen Vorteilen sprechen auch starke ökonomische Gründe für den Vorschlag der Initiative: Neben höheren Erlösen aus Grundstücksverkäufen werden Herstellungs- und Unterhaltskosten für Freiflächen vermieden, durch die bessere Ausnutzung dauerhaft höhere Steueraufkommen generiert und bereits erschlossene Bauflächen sinnvoll genutzt.

Die Initiative Leipziger Architekten besteht aus Mitgliedern des Bundes Deutscher Architekten (BDA), des Bundes Deutscher Baumeister (BDB), der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL), des Stadtforums Leipzig für behutsamen Stadtumbau sowie von PRO LEIPZIG. Damit stellen sich Mitglieder aller maßgeblichen Leipziger Fachverbände gegen die Absicht der Stadtverwaltung, an dem überholten Bebauungsplanentwurf von 2010 festzuhalten. Die beigefügte Alternativplanung wurde von den Beteiligten der Initiative ehrenamtlich erarbeitet und allen Leipziger Stadtratsfraktionen zugesandt.

Mehr hier: http://www.bda-magazine.de/


Kontakt:
Initiative Leipziger Architekten
c/o BDA Landesverband Sachsen e. V., Geschäftsstelle Leipzig
Scharnhorststraße 17, 04275 Leipzig
Telefon: 0341 – 358 39 12, Fax: 0341 – 358 39 15

info@bda-sachsen.de

INITIATIVE LEIPZIGER ARCHITEKTEN

BDA – Bund Deutscher Architekten, Regionalgruppe Leipzig

BDB – Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e. V., Bezirksgruppe Leipzig

SRL – Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung

Stadtforum Leipzig

PRO LEIPZIG

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